Veröffentlicht am 1. Juli 2026 | Geschrieben von Cornelius Hackbeil

Schimmelprävention in Kirchen: SCHIP‑Jahrestreffen 2026 in Halberstadt

Das Jahrestreffen des Initiativprojekts SCHIP (Schimmelprävention in Kirchenräumen) fand vom 10. bis 12. Juni 2026 in Halberstadt statt, mit der Kirchlichen Stiftung Kunst‑ und Kulturgut als Gastgeberin. Ziel des Projekts ist es, durch intensive Forschung und langfristige Beobachtungen an ausgewählten Projektstandorten wirksame Maßnahmen zur Prävention von Schimmelbildung in Kirchenräumen zu entwickeln. Da insbesondere Kunst‑ und Kulturgüter immer wieder durch Feuchtigkeit und mikrobiellen Befall gefährdet sind, beteiligt sich die KSKK gemeinsam mit Kooperationspartnern – darunter die Klosterkammer Hannover, das Bistum Fulda und die Erzdiözese Freiburg – an diesem deutschlandweiten Forschungsprojekt.

Beim diesjährigen Treffen, das von Frau Dr. Insa Christiane Hennen koordiniert wurde, kamen neben den Projektpartnern auch die beteiligten Sachverständigen zusammen, die die Messungen und Auswertungen in den Projektkirchen durchführen. Im Mittelpunkt stand der intensive Austausch über aktuelle Forschungsergebnisse. Diskutiert wurden insbesondere neue Erkenntnisse zur Steuerung von Raumklima und Luftfeuchtigkeit sowie deren Einfluss auf das Risiko von Schimmelbildung. Es wurde deutlich, dass bereits geringe Anpassungen bei Temperierung und Heizung – etwa in der Steuerung der Raumtemperatur oder der Feuchteregulierung – messbare Auswirkungen auf das Wachstum mikrobieller Belastungen haben können, was durch Simulationen und Messdaten bestätigt wurde. So zeigte sich erneut, dass gezielte Maßnahmen zur Temperierung und ein präzises Monitoring entscheidend dazu beitragen können, empfindliche Bestände nachhaltig zu schützen.

Neben dem fachlichen Austausch bot das Treffen auch Gelegenheit zur praktischen Arbeit vor Ort. Bei der Besichtigung des Archivs der Liebfrauenkirche Halberstadt, das selbst zu den Projektstandorten gehört, konnten Messungen durchgeführt und Beobachtungen gemeinsam ausgewertet werden. Ergänzt wurde das Programm durch eine Führung durch den Halberstädter Dom sowie ein gemeinsames Abendprogramm, das den Teilnehmenden Raum für weiteren Austausch in informeller Atmosphäre bot. Im kommenden Jahr kommen die Beteiligten zum Jahrestreffen in Fulda erneut zusammen, um die neuesten Forschungserkenntnisse zu diskutieren und weitere Schritte zum langfristigen Erhalt von Kunst‑ und Kulturgut in Kirchenräumen zu entwickeln.

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