Grußwort des Landesbischofs

Das Kunst- und Kulturgut in unseren mitteldeutschen Kirchen ist vielfältig und großartig und hat seinen festen Platz in unseren Gottesdiensten. Durch Jahrhunderte sind Kelche, Leuchter, Altäre, Epitaphien und vieles mehr bewahrt worden. Viele künstlerische Gegenstände erzählen Geschichten über den Glauben der Menschen vor Ort und über ihre Auffassung vom Leben. Sie sind zugleich wunderbare Zeugnisse eines großen künstlerischen und handwerklichen Könnens.
Wir als Kirche sehen uns in der Verantwortung, Pflege und Erhaltung der in unserer Obhut stehenden Kunstschätze zu garantieren, wiewohl die Ausstattung unserer Kirchen auch unverzichtbares Kulturgut der gesamten Gesellschaft ist. Darum ist es wichtig, das öffentliche Interesse an kirchlicher Kunst zu wecken und zu fördern und die Kirchen offen zu halten. Christliche Kunstwerke sind heute oft selbst erklärungsbedürftig, weil der Gesellschaft der Zugang zu ihnen fehlt.
Die Kirchengemeinden sind Eigentümer der Kirchengebäude und ihrer Ausstattung. Sie benötigen für die Aufgabe, das Kulturgut zu bewahren und zu pflegen, vielfache Hilfe. Vor über 25 Jahren wurde dazu die Kirchliche Stiftung Kunst- und Kulturgut in der Evangelischen Kirche der Kirchenprovinz Sachsen gegründet. Seit 2021 ist die Stiftung in der gesamten Evangelischen Kirche in Mitteldeutschland, also in Sachsen-Anhalt, Thüringen und Teilen von Sachsen und Brandenburg tätig.
Es geht nicht nur um eine sachgemäße Fördertätigkeit, sondern auch den zeitgemäßen Zugang zu kirchlichen Kunstschätzen. Dafür ist die Unterstützung der vielen hochengagierten kirchlichen Ehrenamtlichen im ganzen Land unerlässlich. Die Stiftung ist dabei auch eine wichtige Partnerin für alle gesellschaftlichen Akteure, die sich für die bleibende Wertschätzung von Kultur in unserem Zusammenleben einsetzen.
Friedrich Kramer
Vorsitzender des Kuratoriums
